Leserbrief vom 12.04.16 in der Zürichsee-Zeitung

An der Gemeindeversammlung vom 08.12.2014 malte der Gemeinderat ein düsteres Bild der Gemeindefinanzen. Man müsse jetzt die Steuern um 8% erhöhen, sonst kämen wir aus den Schulden nie mehr raus, so hiess es. Diese Steuererhöhung wurde von den Anwesenden Stimmenden abgelehnt, ebenso wie der Antrag den 950er Bus Richtung Binz bis Betriebsschluss weiterhin fahren zu lassen. Obwohl der Antrag vom Gemeinderat unterstützt wurde, war schon von vornherein klar, dass er nicht durchkommen würde. Nachdem der Gemeinderat den Anwesenden erklärt hatte, wie schlecht es um die Gemeinde stehe, war es sehr schwierig einzusehen, warum man jetzt auch noch Geld ausgeben sollte für einen Bus, der anscheinend zu wenig benutzt wurde.

Doch was ist nun passiert? Ein ganzer Teil von Stäfa ist seit letztem Dezember nach 20.00 Uhr vom ÖV Netz abgeschnitten. Menschen die lange arbeiten oder das Kulturangebot im Dorfkern, oder in der Stadt nützen, müssen nach Hause laufen. Dies ist vor allem für ältere Anwohnerinnen und Anwohner, sowie für junge Frauen eine Zumutung. Gleichzeitig fährt die Gemeinde schon zum zweiten Mal hintereinander einen Millionen-Überschuss ein. Vom prophezeiten Defizitsturm ist nur ein laues Lüftchen und eine übertriebene Sparpolitik geblieben.

Es ist nun meiner Meinung nach an der Zeit, das wachsende Quartier Binz wieder mit dem Bahnhof zu verbinden. Eine Busverbindung nach 20.00 Uhr ist kein Luxus, vor allem, wenn man die jetzige finanzielle Situation Stäfas anschaut. Nein, es ist viel mehr eine finanziell machbare Notwendigkeit.

Statt zu Tode sparen, wieder in die Binz fahren!