Wenn man in diesen Tagen die Zeitung aufschlägt, oder durch den Bezirk fährt, kommt man nicht an den Plakaten und Inseraten des Pro-Komitees für das Wassergesetzes vorbei. Als ich diese Plakate sah, wurde ich stutzig: „Für eine sichere öffentliche Wasserversorgung für alle“ steht da. Das tönt doch gut? Doch jeder und jede, die sich mit dem Wassergesetz auseinandergesetzt hat weiss, dass dieser Satz nicht stimmt. Das Gesetzt öffnet nämlich Tür und Tor für die Teilprivatisierung unseres Trinkwassers. Die Wasserversorgung wäre dann also nur noch teil-öffentlich und sicher, zumindest preissicher, wäre sie auch nicht mehr. Wenn man nämlich nach Berlin schaut, sieht man, dass die Teilprivatisierung des Trinkwassers zu einem grossen Anstieg der Wasserkosten geführt hat. Logisch, denn wenn man sich beteiligt, möchte man ja auch Gewinne abschöpfen.

Dass das Gesetz gleichzeitig auch noch den Zugang zum See einschränkt und die Umweltvorschriften lockert bleibt auf dem Plakat unerwähnt. Ein Plakat auf dem draufsteht „Wasser Teilprivatisieren und Umweltschutz lockern“ wäre zwar ehrlich, würde aber sicher keine Stimmen holen. Die Gegner versuchen sich also mit argumentativen Saltos aus der Klemme zu holen. Ich bin mir aber sicher, dass das Stimmvolk diese Finte durchschaut.

Leserbrief in der Zürichsee Zeitung vom 29.01.2019

Die Befürworter des Wassergesetzes argumentieren abenteuerlich